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Wie die Krise uns verändert

Die Krise verändert uns nachhaltig. Das hoffe ich. Sie wirft uns auf das zurück, was wir zuvorderst sind: Menschen. Soziale Wesen. Schmerzlich erfahren wir, was es bedeutet, wenn wir andere Menschen nicht mehr treffen dürfen. Nicht weil es Behörden so wollen. Nein. Weil wir diese anderen Menschen mögen oder lieben. Weil wir selbst möglicherweise eine tödliche Gefahr darstellen – ohne es zu wissen und ohne es zu wollen.

Die Krise verändert uns nachhaltig. Sie zeigt, wie verletzlich wir sind. Wir erleiden Verlust. Mancher geliebte Mensch wird nach der Krise nicht mehr da sein. Viele Geschäfte und Unternehmen werden die Krise vermutlich auch nicht überleben. Die Not anderer lässt uns nicht kalt. Das ist ein gutes Zeichen in einer Zeit, die durch soziale Distanz geprägt war. Es ist verrückt. Seit uns soziale Distanz, die eigentlich eine physische Distanz meint, gepredigt wird, um mit der Corona-Krise fertig zu werden, rückt diese Gesellschaft sozial zusammen.

Die soziale Kälte der letzten Jahre weicht einer sozialen Wärme und Hilfsbereitschaft, die wir unbedingt auch in die Nach-Corona-Zeit retten sollten. Physische Distanz zeigt uns, wie sehr wir auf die Anderen angewiesen sind – und wie sehr wie sie vermissen, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind. Der Shutdown unseres Alltags lässt uns die früheren Selbstverständlichkeiten neu bewerten. Der Restaurantbesuch, die gemeinsame Feier, der Besuch bei Freunden, der Sportverein, Theater, Konzerte. All das werden wir auf neue Weise erleben, wenn wir es irgendwann wieder können.

Das Virus hat uns auf eine besondere Art gleich gemacht. Es macht keine Unterschiede zwischen sozialen Schichten, Schlecht- und Gutverdienern, Intellektuellen oder Arbeitern, Politikern, Geschäftsführern, Selbständigen oder einfachen Angestellten, Flüchtlingen oder Hier-Geborenen. Und doch trennt es uns in Risiko- und Nicht-Risiko-Gruppen. Es fordert die einen, Verantwortung für die anderen Schwächeren zu übernehmen. Diese Blaupause der sozialen Verantwortung habe ich schon länger in unserer Gesellschaft vermisst. Jetzt wurde sie wieder aus der Schublade geholt.

Krisen holen bekanntlich das Beste und das Schlechteste aus Menschen. Ich bin glücklich, in einer Gesellschaft zu leben, die nur Klopapier hamstert – auch wenn mich das gelegentlich aufregt 😉 – anstatt für Waffen Schlange zu stehen, wie wir das gerade in den USA erleben. Ich bin froh, in einer Gesellschaft zu leben, die sich nicht mit Waffen auf den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung vorbereiten muss, weil diese immer noch von Werten und Zusammenhalt getragen wird. Ich bin glücklich zu sehen, wenn sich Menschen pro bono engagieren, um Unternehmen in der Krise zu helfen. Ich freue mich zu sehen, wie Junge sich um Alte kümmern, damit diese zuhause bleiben können.

Soziale Distanz war gestern. Lasst uns physische Distanz wahren und sozial ganz dicht zusammenrücken. Das ist jetzt das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft überleben kann.