Hallo! Mein Name ist Marc Dauenhauer. Ich bin Datenschutzbeauftragter und IT-Architekt. Sie befinden sich hier auf einem Blog, auf dem ich über Themen der Digitalisierung im weitesten Sinne berichte. Wenn Sie meine Dienstleistungen als Datenschutz-Experte oder IT-Spezialist suchen, klicken Sie bitte hier!

Gedanken zum aktuellen Geschehen

24.02.2022 Heute sterben wieder Menschen in Europa aufgrund eines Angriffskrieges.

Ich hätte das nicht erwartet nach dem Ende des kalten Krieges. Meine Gedanken kreisen um die Menschen in der Ukraine, die unschuldig darunter leiden müssen.

Machen wir uns nichts vor. Auch die westlichen Nationen sind bereits Teil dieses Krieges. Sanktionen sind nichts anderes als strukturelle Gewalt. Alles unterhalb des Waffeneinsatzes.

Wir sollten uns daher auf massive Auswirkungen – vom Wirtschaftskrieg bis hin zu einem Cyberkrieg – vorbereiten.

Ein schwarzer Tag für Europa und ein schwarzer Tag für die Welt.

25.02.2022 Petro-Staaten haben bis auf wenige Ausnahmen autoritäre Regime. Warum?

Die Staatseinnahmen entstehen mehrheitlich durch Exporte von Rohstoffen, auf die andere Staaten angewiesen sind. Dadurch finanzieren sich diese Regime und können im Inneren nach Gusto Wohltaten verteilen. Der Reichtum der Regierenden verleiht immense Macht.

Umso mehr müssen wir wegkommen von Kohle, Erdgas und Öl, nicht nur unserer Umwelt zuliebe, sondern auch um unserer Sicherheit wegen. Nur so wird es uns auf Sicht gelingen, verbrecherische und erpresserische Regime auszutrocknen.

Nur so berauben wir die Verbrecher ihrer Macht. So lange wir weiter Gas und Kohle von Putin beziehen, wird es in Russland keine Fortschritte geben.

01.03.2022 Wenn Nancy Faeser bei Lanz erklärt, wir seien auf Cyberangriffe gut vorbereitet, bin ich wirklich beruhigt. Dann lege ich mal wieder schlafen. 🤷‍♂️

14.03.2022 Seit dem 24. Februar bin ich sehr still geworden. Mir ist es schwer gefallen, einfach meine Beiträge zu IT-Sicherheit und Datenschutz, zu Digitalisierung und all dem Gedöns zu schreiben, als wenn nichts gewesen wäre. Irgendwie fühlen sich meine Themen vollkommen belanglos an im Vergleich zu dem, was andere Menschen gerade erdulden müssen.

Am 24.02. sind wir aus einer 30 Jahre andauernden kuscheligen Blase herausgestürzt, die der russische Kriegsverbrecher Putin mit einem großen Knall zerplatzen ließ. Der Sturz aus dem Wolkenkuckucksheim hat richtig weh getan. Ein Angriffskrieg mitten in Europa, begangen von einem faschistischen Regime, einem skrupelosen Diktator, hatten wir das nicht erst? Dachten wir nicht, dass wir daraus gelernt hätten, dass dieses “Nie Wieder!” wenigstens in Europa Bestand hätte? Leider haben zu Viele hier keine Kriegserfahrung, denn sonst würden sie nicht so leichtfertig den nächsten Weltkrieg riskieren.

Wir sind in einem Dilemma gefangen, für das es keine guten sondern nur schlechte und noch schlechtere Lösungen gibt. Auf der einen Seite wird ein Vernichtungskrieg gegen ein freies souveränes Volk geführt und wir schauen zu und lassen es mehr oder minder geschehen. Das schmerzt und fordert das Gerechtigkeitsempfinden immens heraus. Auf der anderen Seite gilt es, die Sicherheit von Millionen von Menschen im Rest von Europa zu bewahren und den Schritt in den Dritten Weltkrieg zu verhindern.

Die bange Frage ist, wird Putin in seinem Größenwahn mit der Einnahme der Ukraine zufrieden sein? Glaubt er vielleicht, dass der Westen möglicherweise dann doch nicht so sehr am Baltikum hängt, um dafür den Weltkrieg zu riskieren? Niemand weiß es.

Der UNO-Sicherheitsrat ist funktionsunfähig geworden. Das gemeinsame Interesse an einer regelbasierten Kooperation der Großmächte ist durch Putins Angriffskrieg vom Tisch gewischt. Mich macht es tief traurig, dass das beste, was wir seit dem 2. Weltkrieg in Sachen internationaler Kooperation zustande gebracht haben, durch einen Größenwahnsinnigen zur absoluten Farce degradiert worden ist.

Dass der Ukrainische Präsident alles in seiner Macht stehende tut, um Hilfe – oder was er dafür hält – zu bekommen und dabei virtuos auf der Medienklaviatur spielt, ist nachvollziehbar. Wir behalten hoffentlich einen kühlen Kopf und bedenken unsere Handlungen vom Ende her. Auch wenn Bilder von ausgelöschten unschuldigen ukrainischen Familien kaum zu ertragen sind, wären es die Bilder eines Krieges in ganz Europa noch viel weniger.

Putin hat ein faschistisches Regime etabliert und kämpft mit allen Mitteln gegen die Bedrohung durch Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie. Dabei unterstützt er auch Faschisten wie Trump, die die westlichen Demokratien von innen zerstören.

Die NATO-Grenze wird der ultimative Test sein, wie weit Putin bereit ist, zu gehen. Wir haben uns schon einmal geirrt. Ich hoffe, wir tun es kein zweites Mal.

15.03.2022 Dieser Mut beeindruckt mich sehr. Ich verneige mich vor Marina Ovsyannikova!

Hier hat jemand auf sein Gewissen gehört und sich nicht weggeduckt. Im Gegenteil.

Es ist nicht der Krieg der Russen. Es ist Putins Krieg!

Lasst uns die mutigen Russinnen und Russen nicht vergessen, die gegen diesen Wahnsinn aufstehen.

20.03.2022 Die Ukraine hat als angegriffener Staat aus meiner Sicht jedes Recht, sich zu wehren und dem Angreifer einen angemessenen Schaden zuzufügen, um ihn von der weiteren Aggression abzuhalten.

In diesem Zusammen steht sicher auch die Forderung, Russland vom Internet „abzukoppeln“. Strategisch macht das keinen Sinn und nicht jede ukrainische Forderung ist automatisch richtig, nur weil sie vom „Opfer“ des Krieges kommt.

Das Internet ist ein unverzichtbarer Weg, die Erzählung von Humanität, Menschenwürde und -rechten in die Welt zu tragen. Eine Abkopplung Russlands würde nur bewirken, was Putin schon selbst vergeblich versucht hat: die totale Kommunikationskontrolle.

Ich hoffe – auch um unserer Selbst willen – dass das Internet die weltweite Kommunikationsader bleibt und nicht zur politischen Waffe zwischen Staaten wird. Wir würden essentielle rote Linien auch in unserem westlichen Selbstverständnis überschreiten.

20.03.2022 Ich bin unsagbar fassungslos und wütend über das, was auf dieser Welt vor sich geht und darüber, dass alte weiße Männer mit ihrem narzisstischen Machogehabe auch im Jahr 2022 so viel Leid und Elend über Millionen und Milliarden von Menschen bringen können. Diese Wut ist keine differenzierte Analyse, keine Frage nach dem Warum oder Wieso und wer was wie dazu beigetragen hat. Es ist das archaische Gefühl, zurück in die Höhle laufen zu wollen, um mit dem dicksten Knüppel zurück zu kommen, um die Oberschurken damit zu stoppen.

In einer solchen emotionalen Lage treffen wir aber keine guten Entscheidungen und senden auch keine sinnvollen Nachrichten. Angst und Wut sind keine guten Ratgeber. Die Spanne zwischen rationaler Empathielosigkeit und wilder Beistandshysterie ist groß.

Kriegsberichte triggern Emotionen. Entsprechende SoMe-Beiträge auch. In unserer Aufmerksamkeitsökonomie sind die Likes und Follower das Maß der Dinge. Damit das passt wird der Feind noch ein bisschen böser und das Opfer noch ein bisschen heiliger und die Kriegslust steigt. Die Echokammern der sozialen Netzwerke sind voll von Fake-News die geteilt und geteilt und geteilt werden und keine objektive Geschichte des Krieges erzählen. Das Extrem finden wir sicher in der Verharmlosungs- und Leugnungspropanda in Russland, aber auch umgekehrt passt vieles nicht. Da sollen Botschaften versendet werden, deren Bilder aus ganz anderen Zusammenhängen stammen und zu anderen Zeiten aufgenommen wurden.

Jeder Krieg ist vor allem auch ein Informationskrieg. Desinformation gehört seit Jahrtausenden dazu. Heute nehmen wir alle durch das Internet an den Desinformations-Waffengängen teil, ob wir wollen oder nicht. Umso wichtiger ist es, dass wir uns da nicht durch unreflektiertes Teilen von Informationen hineinziehen lassen.

Das ist und bleibt schwierig. Gehen wir der Desinformation wenigstens nicht leichtfertig auf den Leim. Gerade unsere Bestürzung über das kaum Fassbare lässt uns zu leichten Opfern von Propaganda und Desinformation jedweder Art werden.

Russland ist unzweifelhaft der Aggressor, Kriegsverbrecher und Verletzer des Völkerrechts. Doch gerade, we
nn uns die Verteidigung unserer Werte wichtig ist, sollte der kritische Umgang mit Internetquellen zur Pflicht gehören.

Bilder triggern Emotionen – doch längst nicht alle Bilder sind echt. Bitte passt auf, was Ihr teilt.

Danke.

21.03.2022 Wann muss man Kompromisse machen und wann darf man sie nicht zulassen? Und wer bestimmt dies überhaupt? Vor ziemlich genau 103 Jahren hat Tucholsky nach dem Ende des 1. Weltkriegs in seinem Lied über den Kompromiss den Mangel an klarer Haltung in Deutschland kritisiert.

„Der Bürger liegt in seinem Bettchen und säuselt gar so hold“

Auch wenn die Zeiten selten vergleichbar sind und Dinge rückwärts betrachtet oft logisch und klar erscheinen, während über der Zukunft der Nebel der Ungewissheit liegt, so finde ich einiges auch im heutigen Deutschland wieder.

Unsere sogenannte Zeitenwende passiert nicht etwa im Fernsehen oder in SoMe. Die Zeitenwende passiert gerade im Kopf! Die Zeitenwende ist in Wahrheit eine Ent-täuschung. Sie ist das Aufdecken der faulen Kompromisse der letzten Jahrzente in denen sich der Westen sicher gefühlt hat, dass sein Geschäftsmodell exportierbar wäre und von allen anderen begeistert aufgenommen werden würde. Dabei sehen sich die USA als Hegemonialmacht, die keine zweite neben sich zu dulden bereit sind.

Deutschland hat es sich nach dem kalten Krieg äußerst bequem gemacht. Mit einem ewig moralinsauer zusammengepressten Mündchen haben wir uns schützen lassen vor allem Bösen in der Welt, haben uns auch mal gefeiert, wenn wir – wie im Irak-Krieg – nicht gleich über‘s Stöckchen gesprungen sind und ansonsten mit nahezu allen Unrechtsregimen auf der Welt gute Geschäfte gemacht.

Dagegen haben wir zugelassen, dass die Risse in unserer Gesellschaft immer breiter geworden sind. Kompromissbereitschaft und Integration im Inneren, teilweise Fehlanzeige.

Ja, so hat ein 103 Jahre alter Text noch immer viel mit unserer heutigen Situation zu tun.

22.03.2022 Zensur einmal anders. Eine chinesische Plattform sperrt nicht-russische Inhalte in Russland im Gleichschritt mit der russischen Propaganda-Maschine.

Warum sollte das Produkt aus der Autokratie des Xi Ping sich auch anders verhalten?

Es ist naiv anzunehmen, dass Plattformen nur kommerzielle Dienste sind, die sich ansonsten politisch neutral verhalten. Das gilt weder für Facebook noch für Tiktok. Umso wichtiger ist eine demokratische Kontrolle. Diese darf nicht aus der Hand gegeben werden. NetzDG & Co sind ein unverantwortliches Outsourcing staatlicher Verantwortung.

Wir sind längst Teil eines weltweiten Informationskriegs, in dem Desinformation und Nicht-Information zu festen Bestandteilen des Kriegsgeschehens gehören. Und nein, Du und ich stehen nicht an der Seitenlinie und schauen nur zu.

Um es klar und deutlich zu sagen. Mit diesem Schritt hat sich TikTok klar auf die Seite der russischen Propagandisten geschlagen. Wer diese Plattform weiterhin nutzt oder unterstützt steht für mich auf der eindeutig falschen Seite.

Wenn wir schon Künstler canceln, die sich nicht vom Krieg distanzieren wollen, sollten wir es mit Plattformen, die ihn indirekt unterstützen, nicht auch so tun?

Ich weiß es ehrlicherweise nicht, was meint Ihr?

27.07.2022 Putin führt Deutschland mit Turbine vor (Gazprom verweigert Annahme: Putin führt Deutschland mit Turbine vor – n-tv.de)

Putin braucht keinen Vorwand. Putin führt einen hybriden Krieg gegen den Westen, in dem ihm jedes Mittel recht ist.

Seine größten Waffen sind:

– Desinformation und Propaganda mit typischer KGB-Spiegelung und Täter-Opfer-Umkehr
– Spaltung der Gesellschaft durch einen Rohstoffkrieg, der hier nicht alle Bevölkerungs- und Wirtschaftsteile gleichmäßig trifft und deshalb spalterisch wirkt.
– Spaltung der westlichen Organisationen durch trojanische Pferde wie Orban und Erdogan.
– Cyberattacken auf öffentliche und private Institutionen im Westen.
– Erzeugung von Angst in westlichen Gesellschaften und Regierungen, die zur Reduktion von Hilfe für die Ukraine führen soll. Ein Atomwaffeneinsatz wäre ein erweiterter Selbstmord des Regimes, welches zwar hochkriminell aber nicht suizidal ist.

Die russische Regierung wendet Geheimdienstmethoden an, um die Zersetzung westlicher Solidarität und westlicher Institutionen zu betreiben, da nur ein geeinter Westen die Stärke hat, Russland die Stirn zu bieten.

Wir werden von Putin kein Gas mehr bekommen. Alle technischen Argumente sind vollkommen hanebüchen. Lügenmärchen, wie das meiste, was man aus offiziellen russischen Kreisen hört. Wir sollten davon nicht mehr überrascht sein.