Echt jetzt?

ūüí• Braking News!!!! Ab morgen gibt es Versorgungsengp√§sse bei H√ľttenk√§se und Spax-Schrauben. Wer sich noch nicht eingedeckt hat f√ľr die n√§chsten drei Monate, sollte unbedingt morgen dran denken!

Wie bekloppt muss man eigentlich sein? Kein Mehl, kein √Ėl, kein Klopapier, keine K√ľchenrollen. Leere Regale im Supermarkt. Panik regiert das Kaufverhalten. Wir haben aus Corona also gar nichts gelernt? Echt jetzt? Und jetzt wird √ľberall gebacken f√ľr den Weltfrieden!? Echt jetzt?

W√§hrend Spritkosten von √ľber 2 Euro alle st√∂hnen lassen, gibt es aber immer noch viel zu viele Idioten, die mir bei 130 hinten an meiner Sto√üstange kleben, weil sie nicht schnell genug an mir vorbeiziehen k√∂nnen. Echt jetzt?

Und Chefs reaktion√§rer Medien, die in einem Tempolimit das Ende der b√ľrgerlichen Freiheiten in diesem Land sehen? Echt jetzt?

Wir sind die totalen Maulhelden, wenn es um die Unterst√ľtzung der Ukraine geht. Am liebsten w√ľrden einige direkt in den Krieg ziehen oder vielleicht doch lieber andere in den Krieg ziehen lassen. Man wei√ü es nicht. Obwohl. Ich bin mir da eigentlich ganz sicher. Aber sp√§testens im Supermarkt oder auf der Autobahn oder bei der warmen Wohnung usw. ist es mit der Solidarit√§t schon unter den eigenen Landsleuten vorbei.

Haben wir das Aartal schon vergessen? Und die vielen kleinen Betriebe, die seit Corona nicht mehr auf die Beine gekommen sind? Alles vergessen? Maske runter und alles wieder wie vorher? Echt jetzt?

Oder geht hier schon die Angst vor dem nächsten Atomkrieg durch die Reihen. Putin macht einmal Buh und schon rennen alle in die Supermärkte und räumen die Regale leer? Und im Kreml kommen sie vor lachen nicht mehr in den Schlaf? Ist das der Westen, der so an seinem Wohlstand hängt, dass die Moral schon mal hinten anstehen kann?

Vielleicht ist es ja mal Zeit, auch bei uns ans Zusammenhalten zu denken, daran, dass wir immer noch gro√üe Probleme vor der Haust√ľr haben, die nicht in der Ukraine oder in einem dritten Weltkrieg gel√∂st werden und auch nicht dadurch, dass das √Ėl im Keller ranzig wird.

Unser Bildungssystem ist desolat. Unsere Infrastruktur ist es nicht minder. Wir haben ein Fachkr√§fteproblem. Die Digitalisierung ist r√ľckst√§ndig genauso wie unsere √ľberbordende B√ľrokratie mehr als zukunftsgef√§hrdend daher kommt. Bei aller Aufmerksamkeit, die der Russenkrieg sicher verdient, k√∂nnen die anderen Themen nicht liegenbleiben.