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Abenteuerreise mit der Deutschen Bahn

senk ju for traveling deutsche bahn. Ein kleiner Reisebericht aus einem anderen Universum.

Ja, so fühlte es ich in den letzten beiden Tagen auch an. Wie ein Leben in einem anderen Universum.

Es sollte eine beschauliche Dienstreise werden von Herne in NRW in die schöne Landeshauptstadt München. Ich wählte dafür eine Regionalbahnverbindung von Herne nach Düsseldorf und einen durchgehenden ICE von Düsseldorf nach München. Gleiches Setup für den Rückweg am nächsten Tag. So einfach und doch so abenteuerlich.

Der Regionalverkehr hat prima funktioniert. Mit der U-Bahn von Herne nach Bochum Hbf war kein Problem. Auf zu Gleis 2 und warten auf die Regionalbahn nach Düsseldorf. Der Bahnsteig füllt sich, immer mehr Fahrgäste kommen und schon bomben die Lautsprecheransagen ein: der ICE von Bochum nach Düsseldorf hat wegen verspäteter Bereitstellung mal eben 30 Minuten Entschuldigung. Wir bitten um Verspätung, oder war’s andersherum. Egal. Ich wollte ja eh Regionalbahn fahren. Aber auch die hat plötzlich 7 Minuten Verspätung.

Kurz vor Abfahrt kam dann der obligatorische Gleiswechsel, was beim ICE die alternative Wagenreihung ist. Völkerwanderung am Bahnhof. Alle wieder die Treppen herunter, durch den Tunnel und auf der anderen Seite wieder hoch, genau zeitgleich mit der Regionalbahn. Warum es jetzt dieses Gleiswechsels bedurfte, weiß kein Mensch auf diesem Planeten, denn das ursprüngliche Gleis war so leer wie vorher auch. Aber da wird sich schon jemand etwas dabei gedacht haben, hofft man.

In Düsseldorf angekommen, bricht das Chaos vollends über den armen Bahnreisenden herein. Auf dem Bahnsteig tummeln sich die Fahrgäste der letzten drei bislang immer noch nicht angekommenen Züge plus die neuen Fahrgäste für den ICE nach München. Dass alle Bahnen zwischen 5 und 60 Minuten Verspätung hatten aber mein ICE gar keine, stimmte mich schon skeptisch. Ja ich weiß, alter Berufsskeptiker ich. Und tatsächlich, zu meiner Überraschung kam der Zug auf die Minute pünktlich. Aber leider nur mit einem statt mit zwei ICE-Zugteilen. Meine Reservierung funktionierte aber Horden von Menschen liefen in heller Verzweiflung in einem Fernverkehrszug umher, um einen Sitzplatz zu finden. Die Ruhe des Bahnpersonals, dass sich mit frustrierten und zurecht verärgerten Reisenden auseinandersetzen musste, setzte schon eine Form von Deeskalationstraining voraus. Hier die Ruhe zu bewahren, wahr schon großes Kino. Hätte nicht tauschen wollen.

Mit etwas Verspätung erreichten wir dann auch München ohne weitere dramatische Zwischenfälle. Hin und wieder bin ich ja auch schon mit einem Zug irgendwo havariert, aber das hatte ja der fehlende Zugteil heute schon gemacht. Insoweit alles gut.

Am nächsten Tag ging es zurück nach Herne, also jedenfalls war das der Plan. Der Zug startete pünktlich und kurz nach der Ausfahrt kam die ernüchternde Nachricht, dass das Bistro leider nicht geöffnet hat, weil das Personal leider mit dem Zug angereist ist und nicht angekommen ist. Der Berufsskeptiker in mir hatte da schon vorher Alarm geschlagen und ich hatte mich am Bahnhof schonmal mit Getränken eingedeckt. Die Zugfahrt war ohne große Ereignisse.

Auf jeden Sitz klebte ein Aufkleber mit einem QR-Code und der Bitte Feedback zur Fahrt abzugeben. Gesagt getan, ich gescannt und …. kaputter Shortlink. Nicht mal das Feedback hat geklappt.

Auf der Fahrt nach Düsseldorf wurde durch Baustellen, belegte Gleise und versperrte Wege so viel Verspätung zusammengesammelt, dass mein Zug nach Herne nicht mehr zu erreichen war. Alle noch verfügbaren Wege hätten mich um Mitternacht durch verlassene U-Bahnhöfe des Ruhrgebiets gelotst. Auch wenn ich das Ruhrgebiet mittlerweile wirklich mag, das Sicherheitsgefühl in den U-Bahnen um diese Zeit ist nichts für meine schwachen Nerven.

Und so blieb ich noch eine Nacht im schönen Düsseldorf. Auch eine herrliche Form der Entschleunigung. Ich sage nur, Danke für das neue Abenteuer.

Senk ju for Deutsche Bahn.