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Wozu brauche ich Datenschutz, ich habe doch gar nichts zu verbergen?

Entlarvt: Datenschutz-Märchen, die wir alle auf Partys schon gehört haben.


💎 Heute – Wozu brauche ich Datenschutz, ich habe doch gar nichts zu verbergen?


Wenn ich früher auf Partys gefragt worden bin, was ich so mache und den fatalen Fehler beging, ehrlich zu antworten, dann bekam ich nicht selten diese Frage gestellt. Meistens habe ich dann ein wenig knuffig dreingeschaut und anschließend das Weite gesucht. Was zum Himmel will man als Datenschützer auf so ein Argument erwidern ohne gleich die halbe Party zu sprengen.

Jetzt könnte man natürlich all die vielen bösen und peinlichen Dinge aufzählen, die man normalerweise nicht in der Welt herumposaunt und deshalb lieber für sich behält. Aber natürlich ist das Gegenüber keines von der Sorte, auf die diese Dinge zutreffen. Puff und schon ist das Gegenargument in Rauch aufgegangen.

Dabei ist die Prämisse, man hätte nichts zu verbergen, vollkommen unabhängig von bösen Geheimnissen falsch. Es ist vielmehr so, dass die gesamte menschliche Existenz auf einem Privacy First-Ansatz aufbaut.

Meine Gedanken sind privat. Ich muss mich aktiv entscheiden, sie zu teilen. Mein Körper ist privat. Auch die meisten Mitmenschen entscheiden sich, ihn in der Öffentlichkeit mehr oder weniger zu bedecken. Ohne die Abgrenzung zwischen dem inneren Privaten und dem äußeren Öffentlichen geht das ganze Konzept der Ich-Persönlichkeit flöten.

Die Unterscheidung zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen ist auch für die Bildung von sozialen Systemen essentiell. Die Frage, mit wem man welche Informationen teilt, hängt nicht nur von der Gruppe ab, die Gruppe wird dadurch auch bestimmt, weil die Aufgabe von Privatheit auch immer eine Form von Kommunikation bedeutet.

Menschen nehmen selten andere Menschen in ihrer Gesamtheit wahr. Es sind gesellschaftliche und berufliche Rollen, die uns vielfältige Interaktionsmuster erlauben, ohne jeweils auf den Menschen in seiner Gesamtheit eingehen zu müssen. Die Rolle bildet so auch eine Grenze, hinter der Privates verschwindet.

Selbst dem Menschen bleibt ein Teil seines Selbst verborgen, dass er weder ergründen noch erkennen kann. Von dieser Warte aus ist es ein radikaler Widerspruch, zu behaupten, man habe nichts zu verbergen.

Wie soll ich also entscheiden, ob ich etwas verbergen möchte, wenn ich dieses Etwas über mich gar nicht kenne. Es ist gerade die Eigenheit des Digitalen, dass aus den Mustern öffentliche gewordener Daten über mich Dinge herausgelesen werden können, die mir selbst nicht bewußt sind.

Ich werde mir aus diesen Gedanken etwas zurechtlegen, falls ich mal wieder höre, dass jemand nichts zu verbergen hat.