Sorry, nur Cash

Zum Stand der Digitalisierung in Deutschland.

Komme gerade aus dem Urlaub von einer beliebten deutschen Nordseeinsel. Sechs von acht Läden: „nein, nur Cash“. Selbst bei den Fahrradverleihern, deren Tarife eher an Ratenkauf als an Miete erinnern: Fehlanzeige! Habe schon lange nicht mehr so viel Bargeld an einem Strand mit mir herumgeschleppt. Dabei ist die Bankenauswahl zur Bargeldversorgung eher mau. Ohne regelmäßige Einkäufe im Supermarkt mit Bargeldabhebung ab 10€? Schwierig! 

Strandkorbmieten geht online! Wow! Aber nur per PDF-Formular zusammen mit der Kurtaxe und auch nur 2 Wochen vor Fahrtantritt per eMail. Dafür kann man die Kurkarten in der Apple Wallet speichern. Das macht Hoffnung, aber nur kurz. Die stirbt spätestens bei der Frage, wie denn die Kurtaxe bezahlt werden kann. Wäre ja auch zu einfach, wenn man die online bezahlen könnte. Stattdessen sucht man dann irgendeinen Automaten auf der Insel, fummelt mit seinem Handy und dem Barcode aus der Wallet vor einem Barcodeleser herum, nur um sein Geschäft zu erledigen und nur, um bei der Kontrolle im Hafen festzustellen, dass man statt drei Karten nur zwei, dafür eine doppelt gescannt hat. Das System hat die doppelte Kurtaxe beschwerdelos kassiert. 

Nächstes Jahr bin ich vorbereitet, wenn ich die Zivilisation verlasse 😉

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